Ganz kurz

Am 11.02. , sprich diesen Donnerstag, findet in Hamburg (An der Alster 72-79) ab 17 Uhr eine Kundgebung gegen eine Konferenz, welche das Motto “Islamische Republik Iran: am Ende oder im Aufschwung?” trägt, statt. Warum gegen diese Konferenz, zu der Udo Steinbach, Jürgen Elsässer, Ali Reza Scheikh Attar und Thomas Steinberg als Referenten geladen sind, demonstriert werden sollte könnt ihr zum Beispiel hier erfahren. Auch gibt es auf cosmoproletarian solidarity einen lesenswerten Artikel dazu.

Des Weiteren möchte ich hiermit Kurz auf einen erneuten Überfall von B5-Aktivisten auf Antisemitismusgegner hinweisen.

Ansonsten wünsche ich allen eine schöne Woche.

Wo stehen wir eigentlich…..

eine Frage die mich schon laenger interessiert, sind wir eigentlich noch Links, sind wir liberal (im amerikanischem Sinne), gehoeren wir noch zur Mitte oder stehen wir unnerwartet schon ganz rechts aussen, gibt es diese Bewegung ueberhaupt oder sind wir nur ein ansammlung aehnlich denkender Individuen….entscheidet selbst

Weihnaxman

Wie schon manch anderer hier auf diesem Blog beschrieben, Weihnachten sei gar nicht so schlimm, seh ich das anders oder gar überhaupt nicht so. Weihnachten ist nicht schlimm, oder gut oder schön, sondern absolut wertfrei. Marx hätte sich gefreut über Weihnachten 2009. Klar für Menschen mit einer Familie ist es ein Grund sich hinter eingepackten Fassaden zu verstecken und dem gelebten Gefühl von gemeinschaftlicher Wärme in einem Ritual besondere und konzentrierte Beachtung zu schenken. Aber mir gefällt Weihnachten seit ein paar jahren nicht mehr. Mir gefallen Volksfeste allgemein eher weniger.Zu mal mag ich diesen ganzen Family scheiss eh nicht. Die Nazigroßeltern kommen zu besuch und das einzige was sie einem schenken sind ihre Tiraden aus den vergangenen Zeiten und die ewig gleichen Annekdoten über ihr,  mittlerweile mir schon komplett bekanntes Leben. Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Pfingsten, all diese  “Feste” die nicht gemeinsam, sondern allein mit der familie gefeiert werden; ja all diese Feste sorgen nur noch mehr für kulturelle langeweile. Ähnlich wie eine Oper. Man trifft sich um mit einem Stock im Arsch etwas zu zelebrieren was, aber defakto nicht wirklich leidenschaftlich zelebriert werden kann, weil der stock schon ZU tief sitzt.

Ich hab nichts dagegen, dass die Menschen Bräuche und Riten ausleben. Sollen sie doch. Mich haben sie noch nie fasziniert. Sylvester ist da ja noch viel schlimmer. Ein Fest bei dem man laut sein DARF! Einmal im Jahr daneben benehmen, aber nur einmal im Jahr bitte. Nun denn, wie der Leser vielleicht jetzt bemerkt hat, ich bin ein sehr negativer Mensch und ich behalte mir diese negativität. Ich will nicht alles schlecht machen, aber ich bin nicht der Ansicht das ein Mensch mehrmals im Jahr Feste braucht, die ihm all das Übel vergessen lassen sollen. Diese Bräuche sollen einen nur ablenken vom Mensch sein. Der Annlas zu vergessen macht mir angst. Ich brauche kein Fest der Liebe, ich liebe jeden Tag. ich zelebriere die Liebe jeden Tag. Ich zelebriere die Solidarität und die Freude am miteinader sein jeden Tag. Ich verkaufe meine Gefühle nicht an verpackte Geschenke, ich weiss wie ich Menschen beschenken kann ohne Geld dafür augeben zu müssen. Ich bin kein Purist, nicht das ihr da das denkt. Aber ich weiss wie der Mechanismus Volksfest funktioniert. Es ist wie Brot und Spiele, es soll dich davon abhalten MENSCH zu sein.

Frohes Fest!

Wir schreiben den 24. Dezember 2009. Weihnachten steht vor der Tür. Heute abend kommt der Weihnachtsmann oder wahlweise das Christkind. Weihnachten. Für die einen ein Fest der Liebe und Harmonie. Ein Fest der Besinnlichkeit. Ob nun mit oder ohne angebrannter Gans. Ob nun mit oder ohne festlich geschmücktem Baum. Ob nun mit LED-Lichterketten oder altmodisch mit Kerzen. Ob mit stark religiösen Hintergrund oder ohne. Es gibt viele verschiedene Gründe und Arten Weihnachten zu feiern.

Für die anderen stellt Weihnachten  ein zum “Konsumfest” verkommenes Ereignis da. Es ginge nur noch ums Schenken und Beschenken lassen. Dies mag zumindest teilweise auch zutreffen. Aber selbst wenn es nur darum geht, halte ich das doch trotzdem noch nicht für etwas negatives. So erfreut es viele Menschen, wenn am Heiligen Abend das lang erwünschte oder auch das vollkommen unerwartete Geschenk unterm Baum liegt. So manch einem macht es sogar Freude sich über ein Geschenk für das Gegenüber Gedanken zu machen. Selbst die 100 Euro von Oma machen dem Enkel eine Freude. Und dann ist wahrscheinlich sogar die Oma erfreut, da sie ja ihrem Enkel eine Freude machen konnte.. Ich mag Geschenke. Ich mag gutes Essen an den Feiertagen. Ich kann sogar mit dem oftmals verhasstem vorweihnachtlichen Einkaufen leben. Eines hingegen hasse selbst ich: Dass im Supermarkt die Schokoweihnachtsmänner und Lebkuchen scheinbar direkt den Osterhasen folgen.

Frohe Weihnachten!

Weihnachtsgeschichten aus Eschede

Irgendwo im dunklen süden Niedersachsens liegt das kleine Dorf Eschede. Viele von euch dürften es aus dem Lied “MFG” von Fanta Vier kennen, wo es mit “km/h, ICE und Eschede” eine Zeile bekommt. Die von euch hin und wieder mal Nachrichten rezipieren, kennen Eschede, weil da (wie oben schon angedeutet) ein ICE entgleist ist. Naja mindestens zweimal im Jahr entgleist da ein solcher Zug aber das wird von den Medien nicht mehr wahrgenommen, nein leider nicht, aber dafür treffen sich dort ein paar mehr Nazis für Sonnenwendfeiern, einmal im Sommer und einmal leider einmal im Winter. Und da sich nicht darauf spekulieren lässt das die auf der Hinfahrt mit dem ICE fahren und wir nichts mehr zu tun haben. Habe ich mich letztes Wochenende dazu erbarmt ,mit dem Bus, (wir wollen ja kein Risiko eingehen) nach Eschede zu fahren.

Schon im Bus gefror das das Kondenswasser an den Scheiben und in Eschede war es dann so wie mensch das vom Dorf erwartet scheisse Kalt.  Irgendwie vermisste ich brennende Trümmerteile an denen mensch sich wärmen kann. Statt dessen bekamen wir einen Haufen von Sektierern aus ganz Niedersachsen vorgelegt,ein große Anzahl an Palitüchern und Schilder mit Aufschrift “Rechtsextremismus ist Gift für unser Land”.

Bei der Suche nach einem Teil der Demo wo keine Palitücher vertreten waren, gabs die ersten dummen Kommentare von den Braunschweiger Genossen aber dazu später mehr. Leider fanden wir den keinen Platz mehr in der Demo, aber das ist ja normal und ich will deswegen auch gar nicht rumheulen. Die Demo zog sich einmal durchs Dorf und ging dann wieder zurück zum Bahnhof. Wo nochmal einmal einer der Braunschweiger auf uns zu kam, wir hatten ihn vorher als Antisemiten beschimpft und er wollte jetzt nochmal klarstellen, das er dieses Tuche trage weil er aus der (deutschen) Arbeiterbewegung der 80er Jahre stamme, nicht etwa weil es symbol für einen regressiven, eliminatorischen Antizionismus ist. Für ihn sei das ein Symbol dieser Bewegung und von daher könnte er es mit ruhigem Gewissen tragen. Tja ja auch das Hakenkreuz hatte mal eine andere Bedeutung, dennoch würde es heute kaum ein Mensch tragen, ähnlich sollte es sich eigentlich auch mit dem Palituch gestalten, zumal es zum ersten mal von Amin al-Husseini als politisches Symbol eingeführt wurde. Amin al-Husseini war bekennender Antisemit und arbeitete auch mit dem Hitler Regime zusamen. Aber auch nach dem, vielleicht ein wenig gewagtem Vergleich, hielt der “Arbeiter”  stand und meinte das würden auch amerikanische Soldaten tragen, das würde ich bestimmt nicht kritisieren und es komme halt immer auf die Situation an. Aber tut mir Leid auch bei Soldaten ist dieses Tuch nicht ok egal welcher Nation sie entstammen.

Naja dann kam unser Bus.

Im Sommer werde ich dann doch mal mit Israelfahne anreisen um zu gucken ob die Solidarität nicht doch weitergeht als bis zu den deutschen Arbeitern der 80er Jahre.

Schöne Grüße noch an den Hamburger Nachwuchs der mit uns auf der Demo war, ich hoffe du hattest ein gute Rückfahrt,trotz der Rest Hamburger.

Ich wünsche allen Freunden und Lesern ein schönes Fest und einen guten Rutsch und bitte vielmals um Entschuldigung für mein Fernbleiben in der letzten Zeit, ich hoffe ich schreib bald mehr.

Goodbye Linke!

Heute, am 13.12.2009, wurde in Hamburg unter dem Motto „Antisemitische Schläger unmöglich machen – Auch linke“ demonstriert. Die Demo, welche durchaus auch als Solidaritätsbekundung für Israel gesehen werden kann und muss, startete gegen 14Uhr vor der Roten Flora. Von dort aus ging es über den neuen Pferdemarkt in Richtung Paulinenplatz, an dem dann auch die Endkundgebung stattfand. Unterwegs kam man an, wahrscheinlich von übermütigen B5-Aktivisten geschmierten, als künstlerisch Wertvoll kann das auf jeden Fall nicht gewertet werden, Parolen vorbei. „Antideutsche klatschen“ oder „Fight Zionism“, das war in etwa der Inhalt eben dieser. Neben diesen: Hammer und Sichel. Am Endkundgebungsort angekommen wurde man sogleich freundlich empfangen: Ein „Hoch die internationale Solidarität“ brüllender Mob Antisemiten und Antisemitinnen wartete bereits. Die Palästinafahne, soviel zum allseits beliebten „Nationalfahnen-Argument“ welches seitens der Anti-Antideutschen oft Verwendung findet, wehte. Direkt daneben die obligatorische rote Fahne. Transparente, welche ganz offensichtlich nichts mit der, von und vor der B5 angemeldeten, Kundgebung zum Klimaschutz zu tun hatten, waren angebracht. Besonders amüsant war ein Transparent mit der Aufschrift „Gegen Antisemitismus, Gegen Zionismus“.

An alle, die nicht erschienen sind:

Ihr habt gezeigt, wo ihr steht bzw. wo ihr gestanden hättet, nämlich auf der Seite der Antisemiten und Antisemitinnen. Dabei ist egal ob als zuschlagende, anfeuernde bzw. mitgröhlende oder ignorierende Kraft. Wer aus persönlichen Gründen nicht kommen konnte ist natürlich außen vor. Es geht um die Personen, die Zeit gehabt hätten, aber ihren Allerwertesten nicht vom Sofa bekommen haben oder dies auch gar nicht wollten.

An alle, die da waren:

Hier gibt es einmal die Personen, die sich sowohl klar und deutlich gegen Antisemitismus und die B5, als auch für Israel, ausgesprochen und positioniert haben: Vielen Dank an euch!

Dann gibt es die Personen, welche auf die Frage, ob sie denn an der Demonstration teilnehmen werden, antworteten: „Ich werde mir das Ganze wohl mal angucken…“. Ihr zählt zu eben jener ignorierenden Kraft, die ich oben bereits erwähnt habe. Durch eure fehlende Positionierung gegen die Antisemiten und Antisemitinnen, stellt ihr auch auf die Seite jener. Mir schwirren Flüche in meinem Kopf herum, welche ich euch am liebsten entgegenschleudern würde, doch das werde ich weder jetzt und hier noch zu einem anderen Zeitpunkt an einem anderen Ort tun, da diese sowieso sofort und ohne, dass überhaupt auch nur einer bzw. eine von euch darüber nachgedacht hat an euch abprallen.

Neben dem antisemitischen Volksmob, welcher sich vor der B5 postiert hatte, gab es noch eine weitere Partei, welche aber auch durchaus, zumindest zu großen Teilen, der sich nicht positionierenden Masse zugeordnet werden kann: Die Fans des FC Sankt Pauli. Nach dem Spiel in der Brigittenstraße angekommen, kurzerhand zwischen den B5-Mob und die Demonstranten gestellt, zeigten diese deutlich, was man von ihnen halten soll. So wurden Demonstranten als Spalter bezeichnet, was an sich nicht negativ bewertet werden kann. Allerdings zeigten diese eben nicht ihre Absicht, irgendetwas zu spalten. Und wenn überhaupt, dann war schnell Klar, dass man sich auf Seiten der B5 stellt. Man kennt schließlich die „Genossen“ und weiß: „Die Antideutschen wollen die Linke zerstören“. Auch darf nicht vergessen werden: „In der B5 gibt es günstig Bier und die machen ordentliche Vodka-Mischen“. Alles Gründe, welche natürlich für diesen widerlichen Haufen sprechen. Eventuell ist meine Wahrnehmung hinsichtlich der Sankt Pauli Fans nicht ganz richtig. Ich möchte mich entschuldigen, sollte es größere Teile unter den Fans geben, welche klar und deutlich Stellung bezogen haben. Auch weiß ich, dass es in der Fanszene durchaus einige Personen gibt, die dies schon getan haben: Respekt an euch!

Ansonsten bleibt nicht mehr viel zu sagen. Der heutige Tag hat wieder einmal gezeigt, dass ein Großteil der Hamburger und Hamburgerinnen sich nicht traut sich zu äußern. Aber dies war ja auch nicht zu erwarten..

Für den Zionismus! Gegen jeglichen Antisemitismus!

Wochenende

Wer gerne auf Antifa-Demos geht kann dies morgen ab 14Uhr tun. Die Demo richtet sich gegen Nazigewalt und startet am Hachmannplatz (Hamburg Hauptbahnhof). Einen, wie ich finde, nicht sehr gelungenen Aufruf findet ihr hier.

Wer sich morgen Abend nicht auf das größte Volksfest des Nordens begeben will kann ab 22Uhr in der Roten Flora feiern. Dort gibt es Musik aus den 80er und 90er Jahren. Das Geld geht an Antifaarbeit in Hamburg, wer vor 23Uhr kommt bekommt einen Sekt.

Schönes Wochenende und viel Spaß!

Demonstration am 13.12. in Hamburg

Aufgrund der Vorkommnisse rund um den 25.10. diesen Jahres findet am Sonntag den 13.12. eine Demonstration in Hamburg statt. Hier der Aufruf vom Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten:

Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch von links!

Am Sonntag, den 25.10.2009, verhinderten Antisemitinnen und Antisemiten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino b-movie und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums« B5, der Gruppe »Sozialistische Linke« (SoL) und der »Tierrechtsaktion Nord« (TAN), die sich mit Mundschutz und Quarzsandhandschuhen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino. Besucherinnen und Besucher wurden dabei gezielt ins Gesicht geschlagen und als »Schwuchteln« und »Judenschweine« beschimpft. Auch in den Tagen darauf wurden Gäste, die von Blockadebeteiligten auf der Straße wiedererkannt wurden, bedroht und, in mindestens einem Fall, auch tätlich angegriffen.

In einer offiziellen Stellungnahme rechtfertigte die B5 die Gewaltausbrüche inhaltlich und tat sie als »kleinere Rangeleien« ab. Diese Erklärung strotzt abermals vor antisemitischen Klischees: So wird etwa der »Zionismus« als »rassistisches Projekt« bezeichnet, mittels dessen »künstlich der jüdische Charakter gewahrt werden« solle. Denn als künstlich gilt der antisemitischen Denkweise immer das jüdische, als natürlich aber alle anderen Völker.

Wir halten es für unerträglich,

  • dass ein Kino sein Programm vom Wohlwollen einer benachbarten Aktion Saubere Leinwand abhängig machen soll;
  • dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren, um missliebige Veranstaltungen zu Israel zu unterbinden;
  • dass ein Film von Claude Lanzmann, französischer Jude, Résistancekämpfer und Regisseur von »Shoah«, der bedeutendsten Dokumentation über die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, in Deutschland zum Angriffsziel einer militanten Blockade werden kann.

»Warum Israel« (1973) zeigt nicht bloß die verschiedenen Facetten der israelischen Gesellschaft. Es geht darin, aus der Perspektive eines Diasporajuden, um die Bedeutung des jüdischen Staates als Konsequenz aus der Shoah. Wer, wie die B5, die Vorführung eines solchen Films als »Provokation« versteht, der nur mit Gewalt beizukommen sei, steht auf der Seite der Barbarei.

Dieses Spektrum ist seit Jahren dafür bekannt, seinen Antisemitismus gewaltförmig auszuleben. Es sind die gleichen, die sich 2002 mit Gewalt Zutritt zum Freien Sender Kombinat (FSK) verschafften und dort einen Kritiker ihres Israelhasses fachmännisch zusammenschlugen; die auf einer antifaschistischen Demonstration im Januar 2004 die Trägerinnen und Träger eines Transparents »Deutschland denken heißt Auschwitz denken« von der Kundgebung prügelten; die seither bei zahlreichen Gelegenheiten Menschen, die Israelfahnen oder -buttons trugen oder aus anderen Gründen nicht in ihr Weltbild passten, bedroht, geschlagen oder mit Flaschen und Steinen beworfen haben.

Was es diesen Gruppen um die B5 bislang stets erlaubt hat, ihre Übergriffe weiter fortzusetzen, ist die Tatsache, dass sie von der Mehrheit der Linken und Alternativen entschlossene Gegenwehr nicht zu fürchten hatten. Kaum jemand der Linken steht ausdrücklich auf ihrer Seite; aber allzu viele waren dennoch bereit, ihnen ihr Plätzchen im Bündnis, auf dem Stadtteilfest oder sonst wo in der Szene freizuhalten.

Weil wir wissen, dass es ebenso verantwortungslos wie gemeingefährlich wäre, Antisemitinnen und Antisemiten gewähren zu lassen; weil wir wissen, dass die Schlägerinnen und Schläger mit jedem Erfolg nur stärker werden – daher halten wir es für unabdingbar, dass am 13.12., bei der Neuansetzung von »Warum Israel« im b-movie, der Film auf jeden Fall gezeigt wird.

Um die Angreiferinnen und Angreifer vom 25.10. politisch zu isolieren und eine Wiederholung ihres antisemitischen Gewaltspektakels zu verunmöglichen, rufen wir für diesen Tag zu einer Demonstration zum b-movie auf.

Auftaktkundgebung: 13.30 vor der Roten Flora
Abschlusskundgebung: 15.00 vor dem B-Movie

(Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten, 18.11.09)

Das sind keine Rätsel, das ist offensichtlich.

Manch einer erkennt diese Kopfzeile nicht nur als verwirrenden Satz sondern als einen sehr klugen dazu, aus den Gesangsbüchern der altbewährten Hamburger Schule.

Doch ist mir bewusst das 90er Jahre Rock auf Youtube nichts mehr mit den damaligen Intentionen gemeinsam hat. Heute lebt man schneller als Gestern. Heute sind einem die Wege und Möglichkeiten mehr bewusst als Gestern. Heute weiss man was man hat. Klimaschutz ist da, weil er gebraucht wird. Datenüberwachung ist da, weil sie gebraucht wird. Pseudo- wissenschaftliche Blogeinträge im Netz über kritische Musiker sind auch keine Seltenheit und sowieso, die Welt twittert ihren Stuhlgang.

Das Mitteilungsbedürfniss der Menschheit hat eine neue Qualität erreicht. Wer wissen haben will kann es haben, nur Fragen stellen bleibt weiterhin verboten. Wir dürfen heute jedem zeigen was wir tun, was wir wollen dürfen wir auch zeigen; nur zu fordern wie das , was wir nicht wollen, nicht weiterhin geschiet, das ist untersagt! Ich habe in mir eine riesige Ansammlung an Wut, Hass,Verzweiflung, Freude und all den ganzen Schmock. Aber ich finde keinen Ort, kein Mittel es vollkommen loszulassen.

Die Menschen gehen durch die Straßen zu einem Kino und wollen einen Film sehen. Auf dem Weg dorthin sehen sie soviel Leid. Krüppel, Arbeitslose, Prostiuierte, Junkies…Doch nirgendwo ein Ventil zu finden. Dann stehen sie vor dem Kino und entscheiden sich für einen Katastrophen-Film, nur um das ganze Leid zu vergessen. Ach ja man kann ja nen Penner-Twitter einrichten. “Hamburgerstraße: Hier sind besonders viele Penner, sie rufen die ganze Zeit nach KLEINGELD”. Habt ihr keine eigenen Probleme? Ich habe mich schon seit einiger Zeit davon verabschiedet die Welt verändern, oder gar verbessern zu können. Für mich war irgendwann klar das  der Welt nicht geholfen werden kann. Es ist alles so wie es ist und was nicht ist, kann auch nie werden, niemals. Zumindest nicht ganz. Aber abfinden will ich mich damit bis heute nicht. Bis heute suche ich verzweifelt Dinge und Wege mich nicht komplett von dieser Welt einwickeln zu lassen. Das ist sau schwer. Ich bewahre mir den Menschenhass. Ich bewahre mir das Gefühl nicht wie alle anderen sein zu wollen, mich nicht mit allem volzufressen oder in der Masse unterzugehen. Irgendwie muss es doch einen Ausweg aus dieser monotonen Scheiße geben, oder nicht? Irgendwie muss es doch möglich sein nicht komplett zu vertrocknen und nicht gewissenlos in ein Leben voller Lahmheit hineinzuwachsen. Vielleicht sollte ich irgendwas mit Medien machen. Kaffe trinken, bewusst Mieten erhöhen und Zecken mit leeren Latte-Gläsern bewerfen. Das wär schon was. Aber wenn ich den Weg dahin beachte, weiss ich das er voll mit Scheiße beschmiert ist.

Jeglicher Widerstand gegen irgendetwas in dieser Welt, funktioniert nur in einem selbst und niemals zusammen mit anderen. Protest kommt aus meinem Arsch, in Form von Gas. So siehts aus. Leckt mich fett, ich bin weg!

Deutsche Party und Mauerfall

Wochenlang wurde mensch schon über diverse Zeitungen, Fernsehsendungen und andere Medien mit der kommenden Party rund um den Mauerfall konfrontiert und genervt. Gestern, 71 Jahre nach der Reichspogromnacht, war es dann soweit. Deutschland und sein Volk feierte sich selbst. Wo sonst, tobte die Party rund um dieses ach so tolle Jubiläum der Deutschen, wenn nicht in Berlin. Der Geist der „friedlichen Revolution“ lag in der Luft. Wagner wurde Gespielt. Das Volk jubelte. Sicherlich floss so manch eine Träne über die Wangen einiger. Die Mauer fiel ein zweites Mal; einzigartige Inszenierung. Zum Schluss noch ein Feuerwerk. Auch im Nahen Osten kam es zum Fall der Mauer. Naja fast. So schafften es einige Palästinenser ein Stück der „Apartheidmauer“, wie sie gerne und oft genannt wird, einzureißen um so ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. Dass diese Mauer die in Israel lebenden Menschen vor rasenden Selbstmordattentätern schützt, wird jedoch schnell vergessen. Heute, einen Tag später, ist zum glück wieder eine gewisse Ruhe eingekehrt. Es wird zwar noch fleißig über den gestrigen Tag (Den des Mauerfalls, nicht etwa den der Reichspogromnacht) gesprochen, allerdings wird auch das nachlassen. Zumindest bis zur nächsten deutschen Party.

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