Heute, am 13.12.2009, wurde in Hamburg unter dem Motto „Antisemitische Schläger unmöglich machen – Auch linke“ demonstriert. Die Demo, welche durchaus auch als Solidaritätsbekundung für Israel gesehen werden kann und muss, startete gegen 14Uhr vor der Roten Flora. Von dort aus ging es über den neuen Pferdemarkt in Richtung Paulinenplatz, an dem dann auch die Endkundgebung stattfand. Unterwegs kam man an, wahrscheinlich von übermütigen B5-Aktivisten geschmierten, als künstlerisch Wertvoll kann das auf jeden Fall nicht gewertet werden, Parolen vorbei. „Antideutsche klatschen“ oder „Fight Zionism“, das war in etwa der Inhalt eben dieser. Neben diesen: Hammer und Sichel. Am Endkundgebungsort angekommen wurde man sogleich freundlich empfangen: Ein „Hoch die internationale Solidarität“ brüllender Mob Antisemiten und Antisemitinnen wartete bereits. Die Palästinafahne, soviel zum allseits beliebten „Nationalfahnen-Argument“ welches seitens der Anti-Antideutschen oft Verwendung findet, wehte. Direkt daneben die obligatorische rote Fahne. Transparente, welche ganz offensichtlich nichts mit der, von und vor der B5 angemeldeten, Kundgebung zum Klimaschutz zu tun hatten, waren angebracht. Besonders amüsant war ein Transparent mit der Aufschrift „Gegen Antisemitismus, Gegen Zionismus“.
An alle, die nicht erschienen sind:
Ihr habt gezeigt, wo ihr steht bzw. wo ihr gestanden hättet, nämlich auf der Seite der Antisemiten und Antisemitinnen. Dabei ist egal ob als zuschlagende, anfeuernde bzw. mitgröhlende oder ignorierende Kraft. Wer aus persönlichen Gründen nicht kommen konnte ist natürlich außen vor. Es geht um die Personen, die Zeit gehabt hätten, aber ihren Allerwertesten nicht vom Sofa bekommen haben oder dies auch gar nicht wollten.
An alle, die da waren:
Hier gibt es einmal die Personen, die sich sowohl klar und deutlich gegen Antisemitismus und die B5, als auch für Israel, ausgesprochen und positioniert haben: Vielen Dank an euch!
Dann gibt es die Personen, welche auf die Frage, ob sie denn an der Demonstration teilnehmen werden, antworteten: „Ich werde mir das Ganze wohl mal angucken…“. Ihr zählt zu eben jener ignorierenden Kraft, die ich oben bereits erwähnt habe. Durch eure fehlende Positionierung gegen die Antisemiten und Antisemitinnen, stellt ihr auch auf die Seite jener. Mir schwirren Flüche in meinem Kopf herum, welche ich euch am liebsten entgegenschleudern würde, doch das werde ich weder jetzt und hier noch zu einem anderen Zeitpunkt an einem anderen Ort tun, da diese sowieso sofort und ohne, dass überhaupt auch nur einer bzw. eine von euch darüber nachgedacht hat an euch abprallen.
Neben dem antisemitischen Volksmob, welcher sich vor der B5 postiert hatte, gab es noch eine weitere Partei, welche aber auch durchaus, zumindest zu großen Teilen, der sich nicht positionierenden Masse zugeordnet werden kann: Die Fans des FC Sankt Pauli. Nach dem Spiel in der Brigittenstraße angekommen, kurzerhand zwischen den B5-Mob und die Demonstranten gestellt, zeigten diese deutlich, was man von ihnen halten soll. So wurden Demonstranten als Spalter bezeichnet, was an sich nicht negativ bewertet werden kann. Allerdings zeigten diese eben nicht ihre Absicht, irgendetwas zu spalten. Und wenn überhaupt, dann war schnell Klar, dass man sich auf Seiten der B5 stellt. Man kennt schließlich die „Genossen“ und weiß: „Die Antideutschen wollen die Linke zerstören“. Auch darf nicht vergessen werden: „In der B5 gibt es günstig Bier und die machen ordentliche Vodka-Mischen“. Alles Gründe, welche natürlich für diesen widerlichen Haufen sprechen. Eventuell ist meine Wahrnehmung hinsichtlich der Sankt Pauli Fans nicht ganz richtig. Ich möchte mich entschuldigen, sollte es größere Teile unter den Fans geben, welche klar und deutlich Stellung bezogen haben. Auch weiß ich, dass es in der Fanszene durchaus einige Personen gibt, die dies schon getan haben: Respekt an euch!
Ansonsten bleibt nicht mehr viel zu sagen. Der heutige Tag hat wieder einmal gezeigt, dass ein Großteil der Hamburger und Hamburgerinnen sich nicht traut sich zu äußern. Aber dies war ja auch nicht zu erwarten..
Für den Zionismus! Gegen jeglichen Antisemitismus!